Galaxienglitzer und Exokugeln
Die Astronomen haben sich in der Vorweihnachtszeit ins Zeug gelegt und ihre Instrumente auf besonders pittoreske Objekte gerichtet. Sehen Sie die faszinierendsten Bilder der letzten Wochen und die dazugehörigen Youtube-Filme in einer «Universum» Galerie:

Ill.: NASA
Neuere Beobachtungen mit dem Infrarotsatelliten «Spitzer» belegen, dass sowohl Spiralgalaxien mit einem «Bulge», der zentralen, elliptischen Verdickung, als auch solche ohne als Aktive Galaktische Kerne in Erscheinung treten. Deren gebündelte Materiestrahlen, die «Jets», haben ihren Ursprung bei den supermassereichen Schwarzen Löchern, die in der Mitte solcher Welteninseln hausen.

Röntgen: NASA, CXC / SAO, M. Machacek // Optisch: ESO, VLT // Infrarot: NASA, JPL / Caltech
Auch IC 4970 (oberer Bildrand, Mitte) ist eine aktive Galaxie. Wie das Schwarze Loch zu seinem Futter kommt, war jedoch rätselhaft, da das kleine Sternsystem selbst sehr staubarm ist. Beobachtungen mit «Spitzers» Bruder «Chandra» zeigten jetzt, dass die kleinere Galaxie bei einem Vorbeilauf an der größeren NGC 6872 (Bildmitte) eine Art Mundraub beging.

NASA / ESA / F. Paresce, INAF-IASF Bologna / R. O'Connell, U. Virginia
Das dritte verbliebene der vier großen NASA-Weltraumteleskope ist natürlich «Hubble». Zu Weihnachten hat das Team eine Aufnahme mit der – bei der letzten Service-Mission installierten – Wide-Field Camera 3 veröffentlicht. Zu sehen ist R136, ein Sternentstehungsgebiet im Doradus-Nebel, der seinerseits in der Großen Magellanschen Wolke (LMC) liegt, einer kleinen Nachbargalaxie der Milchstraße. Keiner der Sternfabriken der Galaxis kann es an Ausmaß und Produktivität mit R136 aufnehmen.

NASA / ESA / G. Illingworth, UCO, Lick Obs., UCSC / R. Bouwens, UCO, Lick Obs., Leiden U.
Ebenfalls von «Hubbles» WFC3 stammt die “tiefste” Aufnahme des Universums: die Infrarot-empfindliche Kamera zeigt die wohl bislang ältesten abgebildeten Sternsysteme, die sich bereits nach nicht viel mehr als 500.000 Jahre nach dem Urknall bildeten.

ESA / SPIRE & PACS Consortia / P. André, CEA Saclay, Gould’s Belt Key Programme Consortia
Die Europäer haben das größte Auge im All: «Herschel». Es nahm sich einen Dunkelnebel im Sternbild Adler vor, der Teil des so genannten Gouldschen Gürtels ist. Im Ferninfrarot leuchtet die Dunkelwolke hell auf – hier entstehen gerade mehr als 700 neue Sonnen, 100 von ihnen haben bereits das Stadium von Protosternen erreicht.

ESO, H. Sana
Trumpler 14 ist da schon sehr viel weiter, eine halbe Million Jahre, um genau zu sein. Seitdem leuchten viele massereiche und heiße Sonnen, die hier in dieser Aufnahme mit dem Very Large Telescope (VLT) zu sehen sind. Der Haufen ist der jüngste und am stärksten bevölkerte im Carina-Nebel, einer Sternwerkstatt im südlichen Sternbild Schiffskiel.

ESO / J. Emerson, VISTA, Cambridge Astronomical Survey Unit
Das VLT bekam jetzt Verstärkung durch das Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy, VISTA. Es stellt Großbritanniens Eintrittskarte zur Europäischen Südsternwarte ESO dar. Seine erste Aufnahme zeigt den Flammennebel NGC 2024 im Orion, ebenfalls ein Sternentstehungsgebiet. Hier ist der Staub durch das gleißende Licht der jungen Sonnen schon so aufgeheizt, dass er selbst leuchtet, und zwar im nahen Infrarot.

ESO, H. H. Heyer
Das 4-Meter-Weitwinkel-Teleskop VISTA steht auf einer vorgelagerten Anhöhe des Cerro Paranal in den chilenischen Anden. Auf dessen Gipfel thronen die vier 8-Meter-Teleskope und die kleineren Auxiliary Units des VLT.

ESA / DLR / FU Berlin, G. Neukum
Zwei Fliegen mit einer Klappe erwischte die europäische Sonde «Mars Express» im Orbit um den Roten Planeten: beide Monde, Phobos und Deimos. Auch wenn es hier so aussieht, als handle es sich um einen Asteroiden samt Trabant, haben beide doch ihre eigene Umlaufbahn um den Planeten und sind in dieser Aufnahme rund 15.000 Kilometer voneinander entfernt.

MPIA, MPG / NAOJ
Ebenfalls zwei Trabanten machte das japanische Subaru-Teleskop auf dem hawaiianischen Vulkan Mauna Kea aus. Dabei handelt es sich um Exoplaneten des Sterns Gliese 758. Planet «C» ist allerdings noch nicht mit völliger Sicherheit bestätig, bei GJ 758 B handelt es sich um den erdähnlichsten Planeten, der je direkt abgebildet wurde. Eine Super-Erde ist er jedoch nicht, vielmehr ist er ein Super-Jupiter oder gar ein Brauner Zwerg mit einer Temperatur von etwa 300 Grad Celsius.

MPIA, MPG / NAOJ
Der Heimatstern von GJ 758 B (Mitte rechts) ist allerdings ein Zwilling der Sonne (oben rechts). Verfügt diese am Ende nicht nur Planeten von der Größe Jupiters, sondern auch solche wie die Erde (links unten)? Weitere Beobachtungen werden versuchen, dies zu klären.

MPS, MPG
Der Sonne haben die Astronomen im Sommer ganz besonders genau auf die Oberfläche geschaut – mit dem Ballonteleskop «Sunrise». Auf seinem tagelangen Flug von Europa nach Nordamerika erstellte es fantastische Aufnahmen der Granulation mit verschiedenen kurzwelligen Filtern.

NASA, JPL / Caltech
Das Team von «Cassini» und das «Universum» wünschen einen schönen Jahresausklang!





















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