Universum: Alles ist möglich!
Auch wenn Verschwörungstheorien oder esoterische Bewusstseinsdimensionen in manchen Kreisen en vogue zu sein scheinen – letztlich können die Forscher jedes Phänomen mit «langweiliger» Physik erklären. Sie brauchen nur manchmal Jahrzehnte dafür, denn die Lösungen sind oft alles andere als einfach zu erlangen.

El-Niño-Stürme werden durch Sonnenflecken verstärkt (anon., Wikipedia).
Wie kann es sein, dass so eine geringe Zunahme der Sonnenstrahlung während des Maximums ihres Aktivitätszyklus so deutliche Wetterveränderungen im Vergleich zu «ruhigen» Jahren hervorruft? Ein internationales Forscherteam fand jetzt die Antwort: Es liegt an der gegenseitigen Verstärkung des Ozonkreislaufs und der Erwärmung des Pazifischen Ozeans (scienceXpress, an.c, sd, scinexx).

Umordnungen in den Magnetfeldern, die in den Sonnenflecken verankert sind, heizen die Korona (NASA)
Die Sonnenaktivität geht mit einer hohen Anzahl von Flecken einher. Wenn Ihnen bekannt ist, dass Sonnenflecken eine geringere Temperatur haben, als die ruhige Oberfläche, fragen Sie sich bestimmt, warum die Einstrahlung auf den Erdboden dann zunimmt. Es liegt an den magnetischen Prozessen, die mit den Flecken («Universum») verknüpft sind. Diese führen nicht nur zu jeder Menge energiereicher UV- und Röntgenstrahlung, die auf die Erdatmosphäre prasselt, sondern – wie jetzt bekannt wurde – zu der Koronatemperatur von ein bis zehn Millionen Grad (sd, scinexx).

Planetarischer Normalo: Der Helixnebel (NGC 7293; NASA, WIYN, NOAO, ESA, M. Meixner, & T. A. Rector)
Irgendwann geht der Sonne der Sprit aus, sie wird zunächst zum Roten Riesen – was das endgültige Aus für die Erde bedeutet – und gibt schließlich auf dem Weg zum Weißen Zwerg ihrer äußere Hülle als Planetarischer Nebel ab. Auch massereichere Sterne sollten das tun, so in die Jahre gekommene Überlegung der Astronomen. Jetzt endlich wurden die ersten Exemplare gefunden, zwar nicht in der Milchstraße, aber in den südlichen Nachbarn, den beiden Magellanschen Wolken («Planetarische. Super. Nebel.», u.a.).
Kommt ein Stern allerdings auf mehr als acht Sonnenmassen, werden in seinem Innern auch Elemente bis hin zum Eisen fusioniert und ihn erwartet ein explosives Ende als Supernova. Dabei entstehen viele schwere Isotope, etliche davon sind radioaktiv. So auch Eisen-60. Messungen an der TU München und dem Paul-Scherrer-Institut zeigten, dass die Lebensdauer von Eisen-60 viel länger ist, als bisher angenommen («Sternexplosionen: Eisen-60 hält länger als gedacht», u.a.).
Die Existenz von Eisen-60 auf der Erde können sich die Astronomen nur durch eine nahe Supernova erklären, deren ausgeworfenes Material sich mit dem Gas des entstehenden Sonnensystems vermischte. Genau dieser Prozess läuft auch gerade im Trifidnebel ab. Dieses Sternentstehungsgebiet wurde jüngst von einem Profiteleskop in Chile portätiert («Die Dreifaltigkeit der Astronomen», u.a.). Noch rabiater geht es in einer weiteren Sternfabrik zu, wie die neue Aufnahme zeigt, die die Kalifornierin Kim DeRose im Rahmen ihrer Masterarbeit in Harvard vom Paranal aus erstellt hat («VLT: Die schärfsten Bilder von RCW 38»).
In solchen Nebeln haben Astronomen schon eine erstaunliche Vielfalt an teils recht komplexen Molekülen entdeckt («1», «2»). Ein neuer Fund gelang ihnen aber kürzlich genau vor unserer Haustür: in den Ausdünstungen eines Kometen! Die US-Raumsonde Genesis brachte Proben aus dem Schweif des Kometen Wild-2 zur Erde, darin entdeckten die Wissenschaftler jetzt die Aminosäure Glycin, einer der Grundbausteine für Leben, wie wir es kennen (SdW, SuW, an.c, proPh, a.st).
Wie zwei neue Analysen zeigen, brauchen wir in zwei Sonnensystemen erst mal nicht mit der Entdeckung von Leben zu rechnen. Zumindest nicht auf den dort bislang bekannten Planeten. Denn in HR 8799 laufen sie in zu großer Entfernung um ihr Zentralgestirn («Gibt es Leben bei HR 8799?»), im Fall vom «Superjupiter» WASP-18b jedoch viel zu nahe. Letztgenannten Planeten dürfte es eigentlich – nach bisherigem Verständnis – eigentlich dort gar nicht geben (an.c, proPh, a.st, sd). Einige «Revolverblätter» behaupten gar, er würde sich in Selbstmordabsicht in seine Sonne stürzen. Welch Blödsinn!
Weit weniger blödsinnig ist die Suche nach der «Weltformel». Auch Albert Einstein arbeitete daran in den Jahren nach der Formulierung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie. Er scheiterte, wie viele helle Köpfe nach ihm. Als mögliche Kandidaten stehen heute die Stringtheorie und die Quantenschleifengravitation im Raum, die aber beide noch mit erheblichen Problemen behaftet sind. Amerikanische Forscher sind jetzt vielleicht mit einem alternativen Vorgehen einen wichtigen Schritt weiter gekommen («Quantengravitation: Strings oder Schleifen oder …?»). Ob der von ihnen eingeschlagene Weg zum Ziel führt?

























Schreiben Sie Ihre Meinung!